Kisiistone
PDF
Die Arbeit
Unweit von Kisii, in Tabaka, ist das Zentrum der Kisiistoneverar-beitung. Hier leben die Großfamilien, in denen die Techniken der Steinbearbeitung über die Generationen weitergegeben wurden und die heute, mit den gleichen einfachen Werkzeugen, kleine Kunstwerke schaffen.
Es ist ein Erlebnis, teilzuhaben, wenn aus einem rohen Stein¬brocken in mehreren Arbeitsgängen ein Rohling und dann das fertige Stück entsteht, daß, wenn es fein geschliffen worden ist, den Weg zu den Exporteuren und dann per Schiff nach Europa nehmen wird.
Das Land
Kenia, das Traumziel der deutschen Afrikareisenden, das Land der großen Naturschutzreservate und die Heimat der Massai und Kykuyu, ist auch der Ursprungsort eines noch unbekann¬ten Steines.
In der bewegten geologischen Vergangenheit ist ein Material entstanden, das heute einem kleinen Teil der Bevölkerung den Lebensunterhalt sichert:
Im Westen des Landes, nah der Distrikthauptstadt Kisii, findet man dieses Material, das durch seine Eigenschaften die Bear¬beitung von Hand erlaubt und als Ausgangsmaterial für kunst¬handwerkliche Produkte geeignet ist.
Der Stein
Kisiistone, auch Soapstone (in Deutschland Speckstein) genannt, ist im Lexikon zu finden als „Steatit".
Er ist ein kristalline Varietät des Talks, seine chem. Formel ist Mg3 Oh2 Si4 010, seine Härte (nach Mohs) 1, die Raumdichte beträgt 2,8.
Seine Farbe variiert von hellbeige über violett bis braun, auch marmorierte Stücke mit hellgrauem Grundton und violett geä¬derte kommen vor; seltener sind graue und anthrazitschwarze Steine.
Er wird von Hand in offenen Gruben aus der roten Erde Kenias gebrochen.
Die Menschen
Um die Jahrhundertwende begann Mzee Moset Orina als einer der ersten Künstler in Kisii, Figuren und Tiere aus Soapstone zu schnitzen.
Heute schmückt ein Monument aus Kisiistone das UNESCO- Hauptquartier in Paris.
Seine Urenkel führen das alte Kunsthandwerk weiter und schaffen, beraten durch deutsche Designer, Wohnzubehör und Geschenkartikel in neuen Formen.
.
